Der Kranich auf der Kirchturm­spitze

Wer mit scharfem Blick zur Wetterfahne auf dem Wachauer Kirchturm aufschaut, kann in luftiger Höhe einen Kranich als Wappentier bestaunen. Anstelle eines Wetterhahnes wacht er dort über den Ort, in dessen Siegel er ebenfalls auftaucht. Eine alte Geschichte berichtet über seine Bedeutung:
„Der Kranich, der meist auf einem Bein steht, hält in der Sage einen Stein, eine Kugel oder ein Ei in der Kralle des erhobenen Fußes, um beim Wachehalten am Einschlafen gehindert zu werden.“

In der Fahne sind die Jahreszahlen 1750, 1877, 1929, 1981 festgehalten. Es sind Jahre der Überholung und Erneuerung gewesen, in denen die Wachauer gemeinsam für den Erhalt ihres Dorfkerns einstanden. Nie war „die Kirche“ Sache einer kleinen Gruppe, sondern Erbe und Aufgabe der Dorfgemeinschaft. Die Kirche bildet seit Jahrhunderten mit Schloss und Schule den optischen Mittelpunkt des Dorfes. Sie war Hilfs- und Zufluchtsstätte in Notzeiten, größter Kultur- und Versammlungsort, ist bis heute Platz zum gemeinsamen Feiern und Trauern.